Programm

Präambel

Uttenreuth und Weiher mit ihren annähernd 5000 Einwohnern verbindet die Nähe zur Großstadt mit der Lage im Grünen. Die Gemeinde hat eine gute Infrastruktur, gute Verkehrserschließung und Zugang zu vielen Naherholungs- und Freizeitangeboten. Deshalb ist Uttenreuth für Neubürger eine sehr attraktiver Wohnort mit einer lebendigen Vereinskultur und einem guten dörflichen Gemeinschaftgefühl. Wer will, wird in Uttenreuth willkommen geheißen und fühlt sich hier rasch zu Hause und gut aufgenommen. Die mit der Stadtnähe verknüpften Probleme, die demographische Entwicklung der Bevölkerung, die Zunahme des Verkehrs und des Flächenverbrauches machen vor Uttenreuth allerdings nicht Halt. Dies, wie auch die knapper werdenden Finanzen, erfordern in den nächsten Jahren mehr denn je eine weitsichtige, sparsame und zugleich kreativ-mutige Kommunalpolitik. Hierfür stellt sich die GAL zur Wahl.

Ortsentwicklung

Die Einwohnerzahl wird in Uttenreuth-Weiher nicht mehr wesentlich steigen. Angesichts des prognostizierten zunehmenden Anteils von Senioren in der Bevölkerung muss Gewicht auf die Bedürfnisse älterer Menschen gelegt werden durch geeignete Wohnformen, ausreichende Nahversorgung, Orts- bzw. Bürgerbus, Besuchsdienste, örtliche Kulturangebote.
Für junge Familien muss Uttenreuth so attraktiv bleiben wie es derzeit ist (Kinderhäuser, Waldkindergarten, Schule, Hort und Jugendtreff, alles vom Feinsten). Nur wenn junge Menschen in Uttenreuth bleiben oder zuziehen, kann das Angebot in den Vereinen , die Feuerwehr, aber auch die Lebensqualität für die Älteren aufrechterhalten werden. Dies rechtfertigt es, seitens der Gemeinde auch Vergünstigungen und Anreize für den Zuzug jüngerer Menschen zu bieten.
Ein Zusammenwachsen Uttenreuths mit Weiher zu einem kilometerlangen "Strassenbegleitdorf" wollen wir nicht. Die Gemeinde kann in Uttenreuth selber nur in einem engen Rahmen Baugebiete neu ausweisen. Allerdings bietet sich in Weiher die Möglichkeit für eine naturverträgliche Siedlungsentwicklung durch eine Erweiterung der Bauflächen. Die Verbindung mit Uttenreuth muss durch einen Bürgerbus verbessert werden.
Das neue Gemeindehaus in Weiher soll einerseits direkt den Bürgern in Weiher dienen, andererseits auch für die Nutzung durch Uttenreuther Vereine bereit stehen und so zu einer engeren Verknüpfung der Ortsteile beitragen. Weitergehende Ideen (Gemeinschaftliche Wohnformen, Dorfladen etc.) hängen stark vom Engagement der Bürger in Weiher selbst ab.
Nicht alles kann im eigenen Ort geschaffen werden kann. Die Chancen der Kooperation mit den Nachbargemeinden Buckenhof und Spardorf bieten sich für übergreifende Projekte an: Uttenreuth bildet mit den Nachbarn seit kurzem planerisch bereits ein Grundzentrum. Die entsprechende Vereinbarung muss in den nächsten Jahren mit Leben erfüllt werden. Vieles kann und muss in unserer Verwaltungsgemeinschaft gemeinsam angepackt und verwirklicht werden.

Verkehr

Jahrzehntelang hat das Für und Wider um die Südumgehung die Bevölkerung Uttenreuths gespalten und vorurteilsfreie Konzepte der Verkehrsentwicklung im Ort blockiert. Diese Kontroverse ist nun beendet. Die Staatsregierung hat das Planfeststellungsverfahren eingestellt. Die Ortsumgehung am Rande des Bannwaldes wird es nicht geben.
Bei der Sanierung und Verbesserung der Ortsdurchfahrten in Uttenreuth und Weiher setzen wir uns für einen lärmreduzierten "Flüsterasphalt" ein, für eine auf das Mindestmaß beschränkte Fahrbahnbreite und für eine ausreichende Breite von durchgehenden Fuß- und Radwegen. Hierzu kann die Gemeinde im Sanierungsgebiet entlang der Staatsstraße auch ihr Vorkaufsrecht geltend machen. Verkehr heißt nicht nur Auto fahren: Mit E-Bikes, Elektroauto, Carsharing kann viel Abgas und CO² vermieden werden. Heute will nicht mehr jeder 18-jährige als erstes ein eigenes Kraftfahrzeug.
Der öffentliche Personennahverkehr kann noch verbessert werden, indem etwa umsteigefreie Direktbusse zu den Pendlerzielen in Erlangen eingerichtet werden. Hier ist Kooperation zwischen Stadt, Landkreis und Gemeinde gefragt.
Sofern Uttenreuth die geforderte Stadtbahnanbindung nach Erlangen und Nürnberg bekommt, bieten sich hierdurch große Vorteile für die Ortsentwicklung. Die Attraktivität des Ortes gewinnt, die Verkehrsabwicklung wird erleichtert. Wir sehen dies als eine zukunftsträchtige Chance, für die noch viel Überzeugungsarbeit erforderlich ist. Mögliche Trassen für die Stadt- und Umlandbahn müssen auf jeden Fall von Bebauung frei gehalten werden.

Umwelt und Energie

Mit dem einmaligen Nürnberger Reichswald im Süden und dem Marloffsteiner Höhenzug im Norden hat Uttenreuth einen bevorzugten Naturzugang und eine hervorragende Trinkwasserversorgung. Dies gilt es zu achten und zu schützen. Die Schwabachaue soll unter Landschaftsschutz gestellt werden. Wir wünschen uns darüber hinaus ökologische Bewirtschaftung der Flächen des Eggenhofs sowie Erhalt der Renaturierungs- und Ausgleichszonen. Die Gemeinde kann eigene Flächen hier fördern und entwickeln.
Wir setzen uns ein für den Erhalt des Mühlgrabens und der Bewässerungsanlagen. Das Mühlgrabenwehr muss wieder in Funktion gesetzt und das stillgelegte ehemalige Klein-Wasserkraftwerk samt einer Fischtreppe erneuert werden. Die Stromerzeugung durch Wasserkraft gehört zu den umweltfreundlichsten und billigsten Verfahren zur Erzeugung elektrischer Energie.
Die von uns durchgesetzte Förderung von solarthermischen Anlagen ("Solarkollektoren") zur Warmwasserbereitung muss weiter beibehalten werden. Photovoltaik-Anlagen zur direkten Stromerzeugung durch die Sonne sind bereits auf einigen gemeindeeigenen Dachflächen realisiert. Wir wollen dies ausdehnen auf die Unterstützung von Bürgergruppen und Vereinen. Mit der Entwicklung des alten Bunkergeländes zu einem Photovoltaik-Park hat Uttenreuth bereits ein Zeichen für umweltschonende Ortsplanung gesetzt. Hochwasserschutz in Weiher und in Uttenreuth ist eine zunehmend dringliche Aufgabe. Die Freihaltung der dafür erforderlichen Flächen entlang der Gräben von jeglicher Bebauung soll durch die Verabschiedung eines Bebauungsplanes sichergestellt werden.

Wie wir zusammenleben

Uttenreuth zeichnet sich aus durch ein vielfältiges Gemeinschaftsleben, unterhalten und gestaltet durch die beiden Kirchengemeinden, die Vereine (Sportvereine, Traditions- und kulturelle Vereine, Feuerwehrverein,) Parteien und Wählergruppen, Elterninitiativen, Fördervereinen. Auch die Gemeinde steuert einen wichtigen Anteil bei (Kulturbühne, Bücherei, Bereitstellung von Räumen, Mietzuschüsse, etc. )
Die hier eingebrachte ehrenamtliche Tätigkeit vieler Uttenreuther Bürger muss anerkannt, gewürdigt und ermutigt werden. Die Gemeinde kann mit finanzieller Förderung Initiativen unterstützen, keinesfalls jedoch das verantwortungsvolle Engagement der Bürger ersetzen.
Nach dem in Baiersdorf bewährten Modell kann die Gemeinde z.B. ein Fahrzeug als Ortsbus zur Verfügung stellen, mit dem ehrenamtliches Personal ältere bzw. gehbehinderte Menschen zum Arzt, zum Einkauf etc. chauffieren kann. Wir gehen davon aus, dass der Bedarf für Nachbarschaftshilfe in Uttenreuth in Zukunft noch ansteigen wird.

Jugend und Senioren

Uttenreuth hat in der zurückliegenden Periode viel für die Jugend getan. Mit den Kinderhäusern Lummerland und St. Matthäus kann von der Krippe bis zum Schulalter für jedes Kind ein Platz angeboten werden. Mit der gut ausgestatteten Schule, dem Hort und der Mittagsbetreuung ist alles vorhanden. Neben den Angeboten der Vereine gibt es auch einen Jugendtreff. Wir setzen uns dafür ein, all diese Einrichtungen zu pflegen und zu verbessern. Die Jugendarbeit der Vereine wird durch die Gemeinde bezuschusst. Die Musikerziehung in Uttenreuth soll durch Einrichtung einer Filiale der Erlanger Sing- und Musikschule in unserem Ort verbessert werden und damit Eltern und Kindern Fahrten nach Erlangen ersparen.
Für Senioren treten wir ein für ein behindertengerechtes Mietwohnungsangebot, Erhalt der bestehenden Arztpraxen und der Einkaufmöglichkeiten - Seniorennetzwerk als Vorbild.
Die Bedürfnisse der älter werdenden Menschen in Uttenreuth sind bei allen zukünftigen Planungen besonders zu berücksichtigen. Bebauungspläne von Mehrfamilienhäusern müssen auf Barrierefreiheit hin geprüft werden.
Der zukünftige Bedarf seniorengerechter Mietwohnungen in Uttenreuth muss ermittelt, anerkannt und gedeckt werden. Gemeinschaftliche Wohnprojekte sollen besonders gefördert werden.
Bei einer gewerblichen Bebauung im Ortszentrum muss die gute Nahversorgung gesichert werden.

Finanzplanung

Uttenreuth ist - wenn Rücklagen berücksichtig werden - nicht verschuldet. Die Finanzkraft der Gemeinde hängt jedoch von Rahmenbedingungen ab, welche in der Zukunft nicht günstiger werden dürften. Eine sparsame Haushaltsführung bleibt daher das Gebot.
Gerade im Investitionsbereich wurde nach unserer Einschätzung in der Vergangenheit bisweilen zu großzügig verfahren. Wir setzen uns dafür ein, durch Sparsamkeit den Spielraum zu gewinnen, kommunalen Immobilienerwerb durchzuführen. Weiterhin setzen wir uns dafür ein, die Ortsentwicklung langfristig zu planen und die Bürger bereits im Vorfeld dabei einzubinden.
Die Aufnahme von Krediten ist dann vertretbar, wenn dies dem Wohl aller Uttenreuther Bürger (Entwicklung des Ortszentrums, Sozialer Wohnbau etc.) dient. Der Einsatz öffentlicher Gelder muss dabei transparent und nachvollziehbar sein.

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